15. September 2017

Eine Liftfahrt, eine Frage

Am 24. September 2017 findet die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag statt. Der BDA Bayern nimmt dies zum Anlass, seine nächste Debatte auf BDAtalk einer imaginären, einminütigen Liftfahrt mit der künftigen Bundeskanzlerin oder dem künftigen Bundeskanzler zu widmen und um Antworten zum Bauen in Deutschland zu bitten.
Fahrstuhl zur Antwort: Gerade auch aus der Perspektive von Architektur, Städtebau und Stadtbaukunst die Debatte um Baukultur in Deutschland befeuern (Foto: Jan Esche)

Prof. Lydia Haack, Architektin und Landesvorsitzende des BDA Bayern, München

Als Berufsverband stehen wir vor der großen Herausforderung, die immer komplexer werdenden Themen des Architektenberufs möglichst einfach und verständlich zu präsentieren: um unsere Adressaten – Vertreter aus Politik und Verwaltung, Bauherren, Öffentlichkeit und Medien – überhaupt zu erreichen. Unsere berufspolitischen Interessen und Forderungen können wir oft nur dann erfolgreich verhandeln, wenn unser Gegenüber möglichst rasch und mühelos versteht, was wir mitteilen wollen. Deshalb sind kurze, prägnante und verständliche Formulierungen gefragt.

Anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl möchte ich Sie daher gerne zu einer imaginären Begegnung einladen:

Stellen Sie sich vor, Sie warten vor einem Fahrstuhl, die Türen öffnen sich und in der Kabine steht der/die zukünftige Bundeskanzler/in. Sie haben nun Gelegenheit, bei der kurzen, gemeinsamen Liftfahrt unter vier Augen Ihr wichtigstes Anliegen als Architekt verlauten zu lassen: Was fordern Sie?

 

 

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Wir danken unseren Partnern:
     

Amandus Sattler

Architekt, München

Wie können wir es schaffen, die Din-Normen und die Gesetzgebung für das Bauen frei zu bekommen von Lobbyismus und Industrieinteressen und von Subventionen der Regierung in die falschen Produkte?

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Reiner Nagel

Vorstandsvorsitzender Bundesstiftung Baukultur

Ich glaube, dass wir mit gut gestalteten und gebauten Lebensräumen am ehesten ein Signal für eine gute Zukunft setzen können. Ich wünsche mir deshalb, dass Sie das Thema Bauen in Deutschland ganz oben auf die politische Agenda setzen.

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Bei Bundesbauten und Ingenieurbauwerken der Bundesbehörden können Sie noch stärker Vorbild sein und Maßstäbe für gute Gestaltung setzen. Holen Sie die besten Architekten und Ingenieure über Gestaltungswettbewerbe und fördern Sie die gesellschaftliche Debatte über Baukultur. Richten Sie weniger gesetzliche Reglungen auf das Ziel aus, dass gutes Bauen gelingt und wieder Spaß macht.

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Prof. Herbert Meyer-Sternberg

Architekt, Stadtplaner, München

Ich würde die Kandidatin oder den Kandidaten auffordern / bitten, folgende Punkte für das Bauen in Deutschland zu verbessern:

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Abbau von Bürokratie in den Genehmigungverfahren,
Reduzierung der ‚Normendiktatur‘,
Wiedereinführung eines reinen, kompetent besetzten Bundesbauministeriums.

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Peter Haimerl

Architekt, München

EG
Grüß Gott Frau Bundeskanzlerin, ich wollte Sie schon lange mal anrufen.
1
Sie fahren immer nach oben, Sie blicken nie zurück. Sie wissen, die Wissenschaft ist der Politik meilenweit voraus.

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2
Ich schenke Ihnen eine Vision für den nächsten Wahlkampf: Eine verkehrspolitische Alternative für das neue Jahrzehnt.
3
Zerstören Sie schöpferisch das, was sich nicht bewährt. Verlassen Sie die Grenzen des aktuellen Systems.
4
Ordnen Sie die Verkehrsströme in Europa neu – dann müssen Sie nie mehr auf einen Dieselgipfel.
5
Ich schenke Ihnen eine Konzeption für ein ökologisches, ein europäisches und technisch höchst innovatives Verkehrssystem,
6
das die Menschen Europas wirklich verbindet – Sie müssen dann nie mehr mit der CSU über die Maut streiten.
7
Ich denke für Sie den Verkehr in den Städten und zwischen den Städten neu.
8
Setzen Sie auf neue Technologien! Stärken Sie Europa durch ein neues Verkehrsmittel.
9
Meine Vision für Europa heißt zoomtown – zoomtown ist alternativlos.
10
Kommen´s doch mal bei mir im Büro vorbei. Sie werden überzeugt. Wir schaffen das.

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Rainer Kriebel

Architekt, Würzburg

Hallo Frau/Herr Bundeskanzler/in,

schön, mit Ihnen kurz plaudern zu können.

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Wissen Sie eigentlich, dass die sicherlich gut gemeinte nichtdiskriminierende Ausgestaltung der Vergabe von öffentlichen Aufträgen der letzten 20 Jahre dazu geführt hat, dass junge Architekten und kleine Büros komplett ausgeschlossen sind, Baukultur in der Breite der Regionen zu pflegen?

Weiterführung von Tradition vor Ort, Nachhaltigkeit, Innovation als Reaktion auf die Bedürfnisse der Gesellschaft und nicht als Geschäftsfelderweiterung der Industrie: Das alles ist schon schwer geschädigt!

Wir müssen gemeinsam die weitere Industrialisierung des freiberuflichen Architektenberufs verhindern. Übrigens: Dem Handwerk geht’s auch dreckig.

Wir bleiben in Kontakt. Oder?

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Jakob Oberpriller

Architekt, Stadtplaner, Regierunbgsbaumeister, Energieberater, Hörmannsdorf

Die EU-Kommission hat Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland beim Europäischen Gerichtshof eingereicht. Nach Auffassung der Kommission verstößt die Verordnung über die Honorare für Architekten- und Ingenieurleistungen (HOAI) gegen EU-Recht.

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Ist Ihnen die Tragweite einer möglichen Abschaffung der Mindest- und Höchstsätze der HOAI
– für die Qualität der Planungsleistungen
vor allem im Sinne des Verbraucherschutzes
– für den Berufsstand der Architekten,
betroffen sind nicht nur 130.000 eingetragene Architekten in Deutschland, sondern zusätzlich mindestens ebensoviele in Architektur- und Planungsbüros Angestellte mit planerischer Ausbildung
– für die Volkswirtschaft
Architektur- und Planungsbüros leisten einen wesentlichen Beitrag zur Sicherung einer ausgewogenen Unternehmensstruktur und waren bisher ein stabiler Wirtschaftsfaktor und letztendlich
– für die Baukultur in unserem Land bewusst?

Werden Sie als künftige(r) Bundeskanzler(in) sich für den Erhalt der HOAI einsetzen auch gegen die starke Lobby der Bauindustrie und anderer Interessensgruppen? Welche Maßnahmen würden Sie ergreifen?

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Karlheinz Beer

Architekt und Stadtplaner, Vizepräsident Bayerische Architektenkammer, München

Freie Berufe und mittelständische Unternehmen sind tragende Stützen des wirtschaftlichen Erfolges und der produzierten Qualität in unserem Land.

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Im Hochbau ist die Trennung von Planen und Bauen ein wesentliches Gut, das über Jahrzehnte in unserem Land durch Architekturbüros, kleine Handwerksbetriebe und geordnete Vergabe und Honorierungsgrundsätze die Qualität unserer Immobilien und unserer Stadträume definiert hat.
Heute sehen wir, wie in anderen Branchen längst feststellbar, die Tendenz zu Großstrukturen, die mittels industrieller Wirtschaftsstrukturen den Freien Architekten zum Dienstleister in ihren Systemen umformt und das Handwerk zum Subunternehmer degradiert. Hier kommt es infolge zur Aufhebung der Teilung von Planen und Bauen – Immobilien werden als Produkt gesehen, gefertigt und vermarktet. Die Veränderungen der Gesetzeslagen in den Bauordnungen und den Rechtssystemen unterstützen diese Entwicklung.

Was tun Sie in Zukunft dafür, dass freie Architektur- und Ingenieurbüros nicht durch große integrierte Planungs- und Baukonzerne aus dem Markt gedrängt werden und das hohe Gut der Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt beim Planen nicht verloren geht?

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Frank Lattke

Architekt, Augsburg

Ressourcenwende für mehr Klimaschutz – Wir brauchen eine Ressourcenwende, bei der die Herstellungsenergie mit der verursachten CO2 Emissionen genauso in Betracht gezogen wird, wie die in der Bausubstanz enthaltene Graue Energie.

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Wie werden Sie sich dafür einsetzen, dass ganzheitliche klimarelevante Betrachtungen beim Bauen und Wohnen, beispielsweise in Form einer CO2 Abgabe, in den Fokus der Gesetzgebung gerückt werden?

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Rainer Hofmann

Architekt, Stadtplaner, München

Aufzugsfahrt – ich stehe im Aufzug – die Tür öffnet sich – die Bundeskanzlerin nebst 2 BodyGuards betritt den Aufzug, es ist eng – wir stehen Seite an Seite – ich sehe nur Ihr Profil, der eine Bodyguard drängt sich zwischen mich und Sie.

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Ok Start – Kontextuelles Handeln ist systemimmanent und wie soll man denn sonst anfangen?

Timer ein:

Liebe Frau Bundeskanzerlin – Eng hier oder ? – da man muss den Gürtel enger schnallen, oder ? Darf ich mich kurz vorstellen, ich bin Architekt und hätte da noch ‚nen Vorschlag für Ihr Wahlprogramm : Architekten sind das Gürtel engerschnallen ja gewohnt – aber jetzt gibt’s da wirklich ein Problem, das ich mal loswerden möchte:

Die Bauwirtschaft boomt ja und wir haben Aufträge wie noch nie und doch sind wir verblüfft, wie wenig wir vom Bauboom als Architekten profitieren. Weder wird nun wirklich, mit dem vielen Geld das im Umlauf ist, Qualität gebaut, also entstehen Chancen Grossartiges zu verwirklichen, noch scheint uns die Politik Ernst zu nehmen.

Unsere Arbeit, davon haben Sie sicherlich gehört, wird gemeinhin mit einem durch eine Honorarordnung geregelte Vergütung bezahlt – das ist gut so, denn so wird der Preiswettbewerb zwischen Planern eingedämmt und es entsteht ein Wettbewerb um die beste Architektur. Es setzt sich durch, wer besser und qualitätvoller bzw. schöner baut.

Diese Honorarordnung ist nun durch die EU in Frage gestellt worden. Welche Auswirkungen wird das haben? Viele kleine Büros werden im Preiswettbewerb entweder nicht überleben oder nur durch geringere Qualität am Markt bleiben, wenige große Büros mit entsprechenden Rechtsabteilungen werden sich die Planungsaufgaben untereinander aufteilen. Der mittelständische Beruf, der über Jahrzehnte inhabergeführte engagierte Büros hervorgebracht hat, wird sich komplett verändern, eine weitere Mittelstands-Branche, die unsere Gesellschaft zusammenhält, geht vor die Hunde und dazu kann eigentlich nur erwartet werden, dass die Baukultur gleich mit über den Jordan geht. Bitte engagieren Sie sich für uns und die freien Berufe.

Da müssen Sie was tun, Frau Kanzerlin – bitte… darf ich mal bei Ihnen im Kanzleramt vorbeikommen und Ihnen das näher….


– ( Kanzlerin und Gefolge steigen aus. )

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Heiner Farwick

Architekt und Präsident des Bund Deutscher Architekten BDA, Ahaus, Berlin

Wir Menschen verbringen den größtem Teil unseres Lebens in Gebäuden. Die Atmosphäre in einer Stadt prägt das Lebensgefühl der Menschen. Qualität von Gebäuden und städtischen Räumen entsteht nicht von alleine.

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Es braucht Prozesse, die die Suche nach der qualitativ besten Lösung unterstützen. Prozesskultur ist Baukultur.

Wie wichtig ist Ihnen eine hohe Qualität der gebauten Umwelt? Was werden Sie tun, damit insbesondere die öffentliche Hand die Baukultur in Deutschland stärkt?

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Erwien Wachter

Architekt und Mitglied im Präsidium des Bund Deutscher Architekten BDA, Seebruck am Chiemsee

Auf und ab! Vor dem Wahlkampf: kostengünstiger Wohnungsbau im Fokus; im Wahlkampf: kein Thema mehr. Und morgen?

Steigende Anforderungen an den Wohnungsbau verteuern die Baukosten.

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Spekulationen lassen die Grundstückspreise explodieren und treiben die Gesamtkosten im Wohnungsbau vor sich her. Der Wohnungsbedarf steigt und steigt. Deckungsversuche scheitern. Zudem ist eine wachsende und auch teure Infrastruktur nötig. Urbanität, Identität, Heimatverlust und Sozialbindungen bleiben als relevante Dimensionen für ein gutes Gemeinschaftsbewusstsein außen vor.

Politstrategisches „auf und ab“ im Fahrstuhl opportunen Handelns, ist durch eine Stetigkeit konsequenter Schritte auf einer Treppenanlage der Entwicklungsprozesse in Stadt und Land abzulösen. Kluge, kurzwegige und flexible Verknüpfung von Wohnen, Arbeiten, Infrastruktur und voraussichtiger Mobilität entkräftet den ökonomischen Druck der singulären Anliegen von Investoren.

Weitblick, Bodenreform und Flächenvorhaltung und verantwortungsvolle Konzepte sichern dem Gemeinwohl eine selbstbestimmte Zukunft. Das ist die Herausforderung an eine bürgerorientierte Legislative.

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Dr. Michael Hirsch

Privatdozent, München

Es gibt keine Debatte über die Zukunft der Gesellschaft: Die Regierung fährt auf Sicht. Erst im Rahmen der Frage nach einem guten Leben jenseits der kruden Wachstumsdoktrin entsteht wieder eine lebendige Demokratie, und ein klarer Auftrag für fortschrittliche Architektur und Städtebau.

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Marion Linke

Stadtplanerin, Landschaftsarchitektin und Vorsitzende des Bund Deutscher Landschaftsarchitekten Bayern BDLA, Landshut

Es besteht der Wunsch nach klaren Strategien und entsprechenden Finanzmitteln zur Umsetzung nachhaltiger, grüner Infrastruktur, wie etwa sozial gerechten Freiräumen.

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Auch benötigen wir wirksame Lösungsansätze zu den Themen Flächensparen, Ressourcen- und Klimaschutz, regionale Stoffkreisläufe  und alternative Mobilitäts- und Emissionsschutzkonzepte, die uns den Zielen lebenswerte Freiräume und landschaftsgerechtes Bauen noch näher bringen.

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Stephan Walter

Architekt und Stadtplaner, Kempten

Jeden Morgen meldet uns der Normenticker eine neue Norm oder Technische Regel für das Planen und Bauen. Daneben gilt es, eine massiv steigende Vielzahl und Komplexität an Gesetzen, Verordnungen, Richtlinien und weiteren Bauvorschriften zu beachten.

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Diese Flut von sich oft widersprechenden Regeln ist in der täglichen Arbeit für Architekten kaum beherrschbar. Überall lauern juristische Sprengfallen: sukzessive werden Inhalte von Normen zu anerkannten Regeln der Technik, für deren pauschale Einhaltung wir dann gesamtschuldnerisch haften. Statt mit Energie und Kreativität an der Schaffung von sozialen und gestalterischen Qualitäten unseres Lebensumfelds zu arbeiten, bindet uns der permanente Versuch, die für unsere Arbeit geltenden rechtlichen Bedingungen immer wieder neu zu klären. In der Praxis führt die Dynamik der Regeln zu ständig steigenden Standards. Es darf bezweifelt werden, dass diese gestiegenen Standards immer eine Verbesserung für die Allgemeinheit darstellen, denn die mehrheitlich in den Normenausschüssen vertretene Wirtschaft schreibt an den technischen Regeln für ihre Bauprodukte kräftig mit. Steigende Standards führen generell auch zu steigenden Baukosten und verhindern so Vereinfachung und Innovation im Bauen.

Bitte arbeiten Sie an der Schaffung eines widerspruchsfreien, übersichtlichen und langfristig verlässlichen Regelwerks für das Planen und Bauen, das sich an massvollen Mindeststandards im Interesse der Allgemeinheit ausrichtet! Bitte schränken Sie den Einfluss der Wirtschaft in den Normenausschüssen ein und übernehmen Sie als öffentliche Hand wieder die Kontrollfunktion zur Einhaltung von Normen!

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Michael Gebhard

Architekt, Stadtplaner, München

Ich glaube, konkrete Wünsche zum Bauen an die Politik adressiert gibt es schon viele und auch viele wirklich gut durchdachte und bedenkenswerte.

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Da wüsste ich schon gar nicht, was ich noch hinzufügen könnte, ohne die Leser mit Wiederholungen zu ermüden und Politiker mit den immergleichen Litaneien zu langweilen.

Ich finde, es gibt neben konkreten Wünschen und Forderungen zum Bauen oder zum Städtebau gesellschaftliche Themen, die letztlich die Vorbedingungen für den konkreten Rahmen der Randbedingungen, innerhalb derer wir uns dann zu bewegen haben, definieren und deshalb fast noch wichtiger sind.

Das ist z.B. eine Kultur der Selbständigkeit. Eine Kultur und damit ein gesellschaftlicher Konsens über die Relevanz und Unverzichtbarkeit selbständiger auch kleiner Strukturen in allen Lebensbereichen, die bereit sind, abseits einer umfassenden Totalabsicherung Verantwortung zu übernehmen. Hierfür schafft die Politik die Rahmenbedingungen und wäre darüberhinaus auch in der Lage, die gesellschaftliche Wahrnehmung dafür positiv zu beeinflussen, wenn sie es denn wollte. Bisher vermisse ich das schmerzlich. Startup-Förderung, Quoten für Junge, Kleine etc. helfen nicht wirklich, wenn sie im Anschluß an die Förderung im ihnen feindlich gesonnenen beruflichen Kampfklima auf der Strecke bleiben.

Also liebe Politiker, gleich welcher Couleur, helft doch das Klima zu schaffen, in dem auch viele kleine und mittlere Fische ihren Beitrag zu kultureller Vielfalt leisten können. Ein Aquarium voller vollgefressener Großfische, um beim Bild des Wassers zu bleiben, ist kein Beitrag zur Vielfalt, sondern ein Fall von Verödung. Wer sieht und erlebt, wie die Politik ihm Chancen und Möglichkeiten eröffnet, wird eine andere Einstellung zu Ihnen, liebe Volksvertreter, entwickeln, als sie vielleicht heute Gang und Gäbe ist. Schon allein das sollte für Sie alle Anstrengung wert sein.

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Andreas Grabow

Architekt, Nürnberg

In einer Minute Fahrstuhlfahrt ….

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wünsche mir, dass…

– wir uns als Architekten auf die individuelle Konzeption von auf den jeweiligen Ort, die jeweilige Nutzung und das genannte Budget abgestimmter Gebäude konzentrieren können, und dies auch im Rahmen von Wettbewerben die Basis der Vergabe unserer Leistungen darstellt.

– es gelingt, den Umfang , insbesondere der sich oft widersprechenden Normen und Vorschriften wieder auf das Wesentliche zu reduzieren und sich dabei auch eine Kultur entwickelt, die eine immer individuell auf das jeweilige Gebäude abgestimmte Anwendung der Normen pflegt, und dabei Details entstehen lässt, die einfach und dauerhaft ihren Zweck erfüllen.

– es das öffentliche Vergaberecht ermöglicht, unsere Planung von qualifizierten zuverlässigen Handwerksbetrieben umsetzen zu lassen, die mit Engagement arbeiten und stolz auf Ihre Leistungen sind, aber auch für ihre Fehler einstehen, da sich dies nachhaltig preisgünstiger darstellt, auch wenn das Angebot primär nicht das „billigste“ war.
– wir als Architekten nicht mehr grundsätzlich die Generalhaftenden für alle sind, sondern nur für eigene Fehler, nicht aber für die Versäumnisse anderer, die Verantwortung und die Haftung übernehmen müssen.

– sich bei Politik, Verwaltung und Gesellschaft wieder ein generelles Verständnis für BauKULTUR entwickelt und damit auch die Erkenntnis, dass es sich lohnt, ARCHITEKTUR zu realisieren, anstatt einfach nur zu bauen.

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Mario Mirbach

Architekt BDA BDB PURE GRUPPE, Regensburg

Das Bauen ist bestimmt von einem hohen Bedarf an Wohn- und Gewerbeflächen und damit einem im Zusammenhang stehenden Termin- und Kostendruck. Dabei steht die Branche einem im Wesentlichen analogen und im Vergleich fehleranfälligen und intransparentem Prozess gegenüber.

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Ich wünsche mir einen durchgängigen digitalen Prozess: Von einem Online-Beteiligungsprozess, einer zentralen Plattform für Bebauungspläne, eine digitale Bauakte mit transparentem Bearbeitungsfortschritt, ein anwenderfreundlicher BIM-Planungs- und Vergabeprozess sowie eine papierlose Baustelle mittels Laserprojektion und Augmented Reality Lösungen.
Ziel ist es, dass optimierte, digitalisierte und transparente Prozesse die Anforderungen aus Termin- und Kostenzwängen systemunterstützt lösen und sich so die Architektur wieder als unabhängige und baukulturschaffende Disziplin entfalten kann.

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